Vorteile der TI - Mehr Zeit für Patient*Innen

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25.02.2020

Mehr Zeit für Patient*Innen dank der Telematikinfrastruktur

 


Mit Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) und ihrer Anwendungen werden Patient*Innenrechte gestärkt. Denn medizinische Dokumente liegen in der TI verschlüsselt vor. So sind sie nicht mehr von jedermann, sondern nur noch von Berechtigten einsehbar. Aber nicht nur Patient*Innen genießen durch die TI einen besseren Schutz. Sie bringt auch zahlreiche Vorzüge für Heilberufler*Innen aller Berufsgruppen mit sich.

Im digitalen Datennetz der TI sind alle Akteure des Gesundheitswesens miteinander vernetzt. Ärzt*Innen, Psychotherapeut*Innen und Zahnärzt*Innen sind bereits seit Mitte 2019 verpflichtend an die TI angeschlossen. Es folgen Apotheken, Krankenhäuser sowie freiwillig weitere Berufsgruppen wie Hebammen oder Physiotherapeut*Innen.

Wenn Sie erfahren möchten, wer wann genau an die TI angeschlossen wird, klicken Sie hier.

 

Versichertenstammdatenmanagement – kenne deinen Patient*Innen

Seit Jahresbeginn 2019 ist das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)  für Ärzt*Innen, Zahnärzt*Innen und Psychotherapeut*Innen verpflichtend. Dabei wird die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in Echtzeit auf Gültigkeit und der Versicherungsstatus der Patient*Innen geprüft. Persönliche Daten und Daten zur gesetzlichen Krankenversicherung, sog. Versichertenstammdaten, werden bei Bedarf aktualisiert.

So bringt der Gesetzgeber mit dem VSDM nicht nur eine erste Pflichtanwendung der TI ins Spiel. Er schafft auch Mehrwerte für die Praxis. Denn durch das VSDM können sich alle Ärzt*Innen, Psychotherapeut*Innen oder Zahnärzt*Innen sicher sein, dass die Patient*Innendaten der jeweiligen Patient*Innen korrekt und aktuell sind. Darüber hinaus wissen die Heilberufler*Innen nach dem VSDM auch, dass die Patient*Innen tatsächlich bei der angegeben Krankenkasse versichert sind. Damit kaönnen die erbrachten Leistungen sicher aberechnet werden und Sie erhalten ihr Honorar.

 

Ein-Klick-Abrechnungen über die TI

Allgemein gibt es mit der TI auch deutliche Verbesserungen beim Thema Abrechnungen. Ärzt*Innen und Psychotherapeut*Innen können diese künftig digital über die TI einreichen. Das geschieht bequem mit der sog. Ein-Klick-Abrechnung. Dafür ist neben der TI-Grundausstattung (SMC-B, E-Health-Terminal, Konnektor) auch ein elektronsicher Heilberufsausweis G2.1 (HBA) notwendig. Durch ihn kann eine qualifizierte elektronische Signatur erzeugt werden, mit der Sammelerklärungen rechtsverbindlich signiert werden können. Damit wir der Praxisbetrieb entlastet, da Sammelerklärungen nicht mehr ausgedruckt, von Hand unterschrieben und pünktlich postalisch an die Kassenärtzliche Bundesvereinigung (KBV) gesendet werden müssen.

Dadurch werden Verluste und Kosten reduziert:

 

Postalischer Versand von Sammelerklärungen

Ein-Klick-Abrechnung über die TI

Versandgebühren für ein einschreiben mit Rückschein (z.B. Deutsche Post aktuell Briefporto + 4,70 €  kostenlose digitale Übermittlung, sofort

 

 

Über die TI entfallen die Versandgebühren für ein Einschreiben mit Rückschein, die bisher für die Abgabe jeder Sammelerklärung aufgewendet werden mussten, um diese abzusichern. Darüber hinaus erhält die KVB die Ein-Klick-Abrechnung nicht nur sicher, sondern auch sofort. Somit wird der Verlust des abgerechneten Betrags beispielsweise aufgrund von unpünktlicher Zustellung vermieden.

 

Entlastung des Praxisbetriebs

In Arzt- und Zahnarztpraxen, bringen digitale Laboraufträge eine deutliche Entlastung des Praxisbetriebs mit sich. Bereits seit Anfang Juli 2017 können Laboraufträge über Muster 10 und Muster 10A komplett digital an angeschlossene Labore übermittelt werden. Das spart den Praxen einerseits Papier und andererseits auch Zeit. Voraussetzung hierfür ist neben dem TI-Anschluss auch hier ein HBA.

Über das Praxisverwaltungssystem (PVS) kann das entsprechende Muster direkt aufgerufen und geöffnet werden. Per Mausklick wählen Ärzt*Innen und Zahnärzt*Innen im Formular die gewünschte Laboranalyse aus. Die erforderlichen Stammdaten werden im Formular von der Software automatisch vorausgefüllt. Zum Abschluss werden die Daten durch einfaches Klicken auf „Senden“ mittels eines sicheren Kommunikationsdiensts (künftig KOM-LE) an das Labor übertragen.

Durch diesen einfachen Prozess, mit dem gleichzeitig eine Bürokratieersparnis erfolgt, wird der Praxisalltag deutlich zeiteffizienter gestaltet. Gleichzeitig schont der papierlose Ablauf die Umwelt.

 

Verbesserung der administrativen Kommunikation

Ein weiterer Vorteil der TI ist die digitale Vernetzung der verschiedenen Berufsgruppen. Sie ermöglicht einen intersektoralen Informations- und Datenaustausch in Echtzeit. Ein Beispiel hierfür sind elektronische Medikationspläne (eMedikationspläne). Sinn dieser Pläne ist es, gesundheitsgefährdende Wechselwirkungen zwischen Arzneien sowie Fehl- und Mehrfachverordnungen zu vermeiden. Zusätzlich verbessern eMedikationspläne besonders die Kommunikation zwischen Arztpraxen und Apotheken.

Mit Hilfe des HBA tragen Ärzt*Innen und Apotheker*Innen künftig die verordneten und zusätzlich von den Patient*Innen eingenommen Arzneimittel in eMedikationspläne ein. Diese werden auf der eGK gespeichert und können mit Zustimmung der Patient*Innen von allen behandelnden Ärzt*Innen sowie in der Apotheke eingesehen und angepasst werden. Damit entfallen beispielsweise Telefonanrufe zwischen Apotheke und Arztpraxis, da für Patient*Innen nicht mehrere papierene Medikationspläne vorliegen und verwechselt werden können, sondern es genau einen digitalen Plan gibt. Wird dieser in der Apotheke angepasst, können die Ärzt*Innen die Änderungen direkt einsehen. Durch diese Verbesserung in der administrativen Kommunikation sparen sich Praxen und Apotheken wertvolle Zeit.

 

Sichere Kommunikation im Gesundheitswesen

Ähnlich wie digitale Laborberichte, tragen auch elektronische Arztbriefe (eArztbriefe)  dazu bei, die Kommunikation zwischen Heilberufler*Innen zu verbessern und den Praxisalltag effizienter zu gestalten. Besonders interessant sind eArztbriefe für Ärzt*Innen, Zahnärzt*Innen und Psychotherapeut*Innen. eArztbriefe, beispielsweise an mitbehandelnde Kolleg*Innen, werden künftig nicht mehr per Post oder Fax versendet. Mit Hilfe des HBA G2.1, durch den einen elektronische Signatur erzeugt werden kann, können sie sicher digital übermittelt werden.

Das bedeutet insbesondere, dass alle Beteiligten in Bezug auf Datenschutz und -sicherheit auf der sicheren Seite sind. Anders als bei einer Übermittlung des Arztbriefs per Fax oder unverschlüsselter E-Mail. Denn auch beim eArztbrief werden die Daten mittels Kommunikationsdienst (künftig KOM-LE) übertragen, bei dem Sender und Empfänger eindeutig identifiziert werden. Somit ist garantiert, dass nur Berechtigte die sensiblen Daten aus dem Arztbrief empfangen und lesen können. Durch End-to-End-Verschlüsselung und weitere Sicherheitsmaßnahmen, sind die Daten zusätzlich auf dem Stand der Technik vor Cyber-Angriffen geschützt.

Welche Sicherheitsmaßnahmen innerhalb der TI zum Thema Datenschutz getroffen werden und was Sie zum Thema Haftung wissen sollten, lesen Sie hier.

 

Neue Anwendungen schaffen weitere Mehrwerte

Mit weiteren Anwendungen der TI, entstehen für Heilberufler*Innen und Patient*Innen weitere Mehrwerte. Durch die elektronische Patientenakte stehen allen behandelnden Ärzt*Innen die nötigen Informationen bereit, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Mit der Speicherung von Notfalldaten wie Unverträglichkeiten oder Allergien auf der eGK, sind diese bei Bedarf jederzeit verfügbar. Sind Patient*Innen nicht ansprechbar im Krankenwagen, werden sie so vor dem Verabreichen unverträglicher Medikamente geschützt.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Gesundheitswesen durch die TI und ihre Anwendungen im Zeitalter der Digitalisierung angekommen ist. Einen Vorteil haben diese digitalen Anwendungen alle gemeinsam: sie sparen den Heilberufler*Innen Zeit. Zeit, die für die Betreuung der Patient*Innen eingesetzt werden kann. Das stärkt die Beziehung zwischen Ärzt*Innen oder Apotheker*Innen und Patient*Innen.