Neue Anwendungen der TI

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25.03.2020

Neue Anwendungen der Telematikinfrastruktur

 


Den Anwendungen innerhalb der Telematikinfrastruktur sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Neben heute bereits notwendigen Anwendungen wie der Aktualisierung der Versichertenstammdaten und heute möglichen Anwendungen wie dem eArztbrief, stehen Heilberufen und Apotheken bald zahlreiche weitere Anwendungen zur Verfügung.

 

Versichertenstammdatenmanagement

Als erste Anwendung im sicheren Informations- und Kommunikationsnetz der Heilberufe und Apotheken, der Telematikinfrastruktur (TI), ist das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) bereits seit Beginn des Jahres 2019 verpflichtend. In den Praxen werden Patient*Innendaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) dadurch auf Aktualität und Integrität geprüft und im Bedarfsfall sofort aktualisiert. Sind Ärzt*Innen dazu nicht in der Lage, wird eine Honorarkürzung fällig. Diese beträgt momentan 1 Prozent und soll ab März 2020 auf 2,5 Prozent ansteigen.

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Medizinische Notfalldaten

Sind Patient*Innen im Notfall nicht ansprechbar, können sie auch keine Angaben zu Medikation, Krankengeschichte, Allergien usw. machen. Diese Angaben können jedoch lebensrettend sein. Durch die TI bekommen Patient*Innen bald die Möglichkeit, diese Notfalldaten für den Bedarfsfall auf ihrer eGK speichern zu lassen. So liefern Ärzt*Innen mit Hilfe der TI auch in außergewöhnlichen Situationen immer die bestmögliche Behandlung.

 

eArztbrief

Neben dem Postversand von Arztbriefen, ist der Arztbrief per Fax aktuell noch immer ein gängiges Verfahren. Ein Grund dafür ist, dass die Vergütung für einen Arztbrief per Fax mit 55 cent aktuell noch deutlich attraktiver ist, als die Vergütung für einen sicheren elektronischen Arztbrief, für den Versender*Innen nur 28 Cent[1] erhalten. Allerdings ist das Faxen sensibler Daten datenschutzrechtlich äußerst bedenklich. Deshalb versenden einige Ärzt*Innen und Psychotherapeut*Innen bereits seit mehreren Jahren eArztbriefe aus ihrem Praxisverwaltungssystem über virtuelle private Netzwerke (VPN) an Kolleg*Innen. Im Sinne der TI muss dafür ein Kommunikationsdienst mit End-to-End-Verschlüsselung und eindeutiger Identifizierung von Empfänger*In und Versender*In genutzt werden. Dafür ist ein elektronischer Heilberufsausweis (HBA), in seiner Ausprägung als elektronischer Arztausweis; elektronischer Psychotherapeutenausweis, oder elektronischer Zahnarztausweis der Generation 2.1 notwendig, weil damit zur eindeutigen Identifizierung eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) erstellt werden kann. Mit Inkrafttreten des Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) soll der eArztbrief gegenüber dem Arztbrief per Fax dann auch deutlich attraktiver werden.

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eMedikationsplan

Um Patient*Innen bei der richtigen Einnahme von Medikamenten zu unterstützen, haben diese bereits seit Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan. Voraussetzung ist, dass sie dauerhaft mindestens drei systemisch wirkende Arzneimittel, wie Blutdruckmedikamente, einnehmen. Auf freiwilliger Basis kann der Medikationsplan bald auf der eGK gespeichert und über die TI von Ärzt*Innen und Apotheker*Innen abgerufen werden. Diese erhalten so eine umfassende und übersichtliche Zusammenschau der angewendeten Medikamente und können neu verordnete Medikamente direkt dem eMedikationsplan hinzufügen. Damit werden gesundheitsgefährdende Wechselwirkungen zwischen Arzneien sowie Fehl- und Mehrfachverordnungen dauerhaft vermieden.

 

ePatientenakte

Zum Jahresbeginn 2021 stellen die gesetzlichen Krankenkassen allen Versicherungsnehmern eine einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakte (ePA) bereit. Es handelt sich hierbei wieder um eine für die Patient*Innen freiwillige Anwendung der TI. Die ePA soll alle Aufzeichnungen wie Notfalldaten, eArztbriefe, eMedikationsplan aber auch den Impfausweis und weitere Dokumente enthalten. Da es sich hierbei um sehr sensible und umfangreiche Daten zur Krankengeschichte der Patient*Innen handelt, ist der Schutz dieser Daten besonders wichtiges Thema. Die Regelungen, die der frühere Entwurf des DGV zur ePA vorsah, stießen auf Datenschutzzweifel. Aus diesem Grund wurden sie aus der aktuellen Version gestrichen. Laut Bundesgesundheitsministerium bringt ein eigenes Datenschutzgesetz dann genaueres zur ePA. Die Patientenakten liegen dann nicht mehr bei den einzelnen Ärzt*Innen, sondern alle Patient*Innen hatben jeweils eine ePA in der Hand, die alle Daten vereint.

 

Weitere Anwendungen

Mit dem Ausbau der Telematikinfrastruktur werden die oben genannten Anwendungen schrittweise eingeführt. Neben den bereits genannten Anwendungen sind in Zukunft noch weitere denkbar, beispielsweise Online-Sprechstunden oder Gesundheits-Apps, die Ärzte*Innen und Apotheker*Innen den Berufsalltag erleichtern und sie näher an ihre Patient*Innen bringen. SHC+CARE hält Sie über weitere Anwendungen der TI auf dem Laufenden.

 

[1] Die Vergütung für einen qualifizierten eArztbrief beträgt 55 cent. Diese teilen sich allerdings zwischen Versender (28 Cent) und Empfänger (27 Cent) auf;