Die Finanzierung der TI-Komponenten in der Arztpraxis

Die Telematikinfrastruktur (TI) vernetzt alle Beteiligten im Gesundheitswesen und ermöglicht den sicheren, geschlossenen Austausch gesundheitsrelevanter Daten und Informationen.
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25.03.2020

Die Finanzierung der TI-Komponenten in der Arztpraxis 

 


Die Telematikinfrastruktur (TI) vernetzt alle Beteiligten im Gesundheitswesen und ermöglicht den sicheren, geschlossenen Austausch gesundheitsrelevanter Daten und Informationen. Die Anbindung an die TI ist für die einzelnen Akteure verpflichtend und im E-Health-Gesetz festgelegt. Auch im Hinblick auf die Finanzierung der benötigten TI-Komponenten wurden bereits Vereinbarungen getroffen. Erfahren Sie in unserem Artikel, mit welchen Beträgen Heilberufler rechnen können. 

 

Wer trägt die Kosten für die TI-Anbindung? 

Bereits seit Mitte 2019 müssen Ärzte, Psychotherapeuten und Zahnärzte den TI-Anschluss vollzogen haben. Bis zum 30.06.2020 sollen nach dem Willen des Gesetzgebers auch Praxen in die TI eingebunden sein, die keinen direkten Patientenkontakt haben (z. B. Labore).  

Für ihren Anschluss an die TI benötigen die Praxen eine Reihe von Produkten und Diensten. Auch im laufenden Betrieb entstehen den Heilberuflern Kosten für die Nutzung der TI. Doch die Anbindung an die TI soll nach politischem Willen keine finanzielle Herausforderung für teilnehmende Praxen werden. Deshalb haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband in einer Finanzierungsvereinbarung Details zur Kostenerstattung für die Praxen festgelegt. Laut dieser Vereinbarung erfolgt die Finanzierung der TI-Komponenten aus den Mitteln der gesetzlichen Krankenkassen.  

Anspruch auf die Kostenerstattung haben dabei alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Einrichtungen. 

Wollen Sie Näheres über die benötigten Komponenten für Ihren Anschluss an die TI erfahren? Lesen Sie unseren Artikel

 

Die Erstattungen im Detail 

 

Die Finanzierungsvereinbarung sieht für teilnehmende Praxen genaue Beträge vor – sowohl für die Erstausstattung mit TI-Komponenten, als auch für den laufenden TI-Betrieb: 

 

Pauschalen für die Erstausstattung:  

 

Erstausstattungspauschale

 

 

Für die Anschaffung des Konnektors und des E-Health-Kartenterminals erhält jede Praxis eine Erstausstattungspauschale von 1549 Euro. Ist die Praxis so groß, dass sie mehrere Kartenterminals benötigt, stehen ihr je zusätzlichem Kartenterminal weitere 535 Euro zu.  

 

Startpauschale

Die Startpauschale beträgt einmalig 900 Euro und soll die Anschlussgebühr für ein Virtuelles Privates Netzwerkt (VPN), die Kosten für die Installation der TI-Komponenten sowie den Praxisausfall während der Installation abdecken. Außerdem sollen mit Hilfe der Startpauschale die Anpassung des Praxisverwaltungssystems (PVS) und der Zeitaufwand für das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Anfangsphase der Anbindung an die TI finanziert werden. 

Mobile Kartenterminals: 

Vertragsärzte mit mindestens halber Zulassung, die im Quartal mindestens drei Haus- bzw. Heimbesuche durchführen und/oder an einem Kooperationsvertrag nach § 119b SGB V (ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen) teilhaben, erhalten einmalig 350 Euro je mobilem Kartengerät. Zudem stehen Praxen je ausgelagerter Praxisstätte einmalig 350 Euro für ein dort genutztes mobiles Kartenterminal zu. 

 

Laufender Betrieb:

 

 

 

Betriebskosten: 

 

 

Für die Wartung und nötige Updates des Konnektors bekommen die Praxen je Quartal 248 Euro. Diese Betriebskostenpauschale deckt auch laufende Kosten für den VPN-Zugangsdienst ab. 

 

 

Pauschalen für die SMC-B (elektronischer Praxis- bzw. Institutionsausweis) und den HBA (elektronischer Heilberufsausweis): 

 

 

Für die Finanzierung der SMC-B werden 23,25 Euro je Quartal und Ausweis gezahlt, für den HBA werden Heilberufler mit 11,63 Euro je Quartal und Ausweis unterstützt. Beide Ausweise können Sie schnell und sicher über SHC+CARE beziehen. Bestellen Sie Ihre SMC-B und Ihren HBA G2.1 jetzt ganz einfach über SHC+CARE.  

 

 

Verfügen Praxen über die Ausstattung für das Notfalldatenmanagement (NFDM) und den elektronischen Medikationsplan (eMP), werden ihnen zusätzlich folgende Kosten erstattet:

 

 

 

NFDM/eMP-Updates: 

 

 

Für die Finanzierung von NFDM- bzw. eMP-Updates des Konnektors erhält die Praxis einmalig 530 Euro. 

 

 

Zusätzliches Kartenterminal: 

 

 

Werden zusätzliche Kartenterminals für die Nutzung von NFDM und eMP erworben, steht der Praxis eine Kostenerstattung von 535 Euro je Terminal zu. Je angefangene 625 Betriebsstättenfälle für ein Quartal besteht für eine Praxis Anspruch auf ein weiteres Kartenterminal (errechnet über die durchschnittliche Anzahl der Betriebsstättenfälle mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt in den Quartalen 3/2016, 4/2016, 1/2017 und 2/2017). 

 

 

Zusatzpauschale NFDM/eMP:

 

 

Je angefangene 625 Betriebsstättenfälle im Quartal (Errechnung siehe oben) erhält die Praxis 60 Euro Zusatzpauschale für die notwendige Ausstattung ihrer Geräte mit den Anwendungen NFDM und eMP. Diese Regelung ist befristet bis 30.09.2020. 

 

 

Zuschlag Betriebskosten: 

 

 

Auf die im Rahmen der TI-Erstausstattung gezahlten Betriebskosten gibt es einen Zuschlag in Höhe von 4,50 Euro je Quartal. 

 

 

 

Kostenerstattung erst nach Durchführung des Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) 

Praxen haben erst nach erstmaligem Einlesen einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) mit den neuen TI-Komponenten Anspruch darauf, dass ihnen die Kosten für ihre TI-Anbindung erstattet werden. Wird dann automatisiert das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchgeführt, gilt der Nachweis über die TI-Anbindung gegenüber der KV als erbracht. 

Wollen sie Zuschläge für die Ausstattung ihrer Praxis für das NFDM und den eMP erhalten, müssen sie die Bereitstellung dieser Komponenten ebenfalls gegenüber ihrer KV nachweisen können. 

Erfahren Sie mehr über das VSDM in unserem Artikel.