Der elektronische Medikationsplan (eMP)

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21.01.2020

Die digitaler Erweiterung des Medikationsplans - der eMP

 


Der Medikationsplan ist eine vom medizinischem Fachpersonal ausgehändigte Auflistung aller Medikamente die ein Patient regelmäßig einnehmen soll. Durch das 2015 verabschiedete E-Health-Gesetz haben Patienten seit Q4 2016 Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan, kurz BMP.

Voraussetzung: Wer seine Medikamenteneinnahme dokumentiert haben möchte, muss mindestens drei verschiedene, vom Arzt verordnete, Medikamente einnehmen. 

 

Aktuelle Situation:

  • Zur Zeit erfolgt die Dokumentation des BMP noch analog auf Papier.
  • Dies stellt für Patienten und medizinisches Personal häufig einen Mehraufwand darstellt.
  • Auf dem papierbasierten BMP befindet sich ein Barcode, der die patientenindividuellen Daten auch in digitaler Form für die Institutionen und Praxen bereithält. Wird dieser vom Personal mittels Barcodescanner und einer geeigneten Software eingelesen, können Medikationsänderungen eingetragen werden.
    • Wird dem Patienten beispielsweise ein neues blutdrucksenkendes Medikament verschrieben, erfolgt simultan eine Risikoprüfung auf Wechselwirkung, Kontraindikationen und Doppelverordnungen. Auch ein Abgleich mit der Priscus Liste, die Medikamente enthält, welche oft bei älteren Menschen vermieden werden sollen, wird bei einer Medikationsänderung vorgenommen.
  • Anschließend erhält der Patient seinen aktualisierten BMP wieder in Papierform.


Zukünftige Handhabung - Digital

Um Patienten auch weiterhin bei der Meidkamenteneinnahme zu unterstützen, soll der Medikationsplan zukünftig digital auf der eGK des Patienten gespeichert und unter der Bezeichnung „elektronischer Medikationsplan“ – kurz: E-Medikationsplan zusätzlich weitergeführt werden.Neben der einfacheren Arzt-Patient-Kommunikation und dem steigenden Informationsgehalt, trägt der E-Medikationsplan zusätzlich dazu bei schwerwiegenden Wechselwirkungen zu reduzieren.

Dafür sind folgende Daten auf der eGK gespeichert und können bei jedem Patientenkontakt von Ärzten und Apothekern aktualisiert werden:

  • Die Stammdaten eines Patienten. Zu diesen zählen unter anderem die Adresse, Vor- und Zuname sowie das Geburtsdatum eines Patienten.
  • Patientenindividuelle und medikationsrelevante Informationen. Verträgt ein Patient beispielsweise eine bestimmte Art von Schmerzmitteln nicht, kann dies vom medizinischen Personal ausgelesen werden und dem Patient wird ein alternatives Medikament verschrieben.
  • Medikationsangaben: Hierzu zählen alle Medikamente die ein Patient einnimmt.
  • Dosishöhe, Einnahmehäufigkeit und Einnahmezeitpunkt

Besorgt sich ein Patient ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament in der Apotheke, so kann dieses, auf Patientenwunsch, direkt vom Apothekenpersonal in den auf der eGK gespeicherten Medikationsplan übernommen werden. Ob und welche Medikamente in den Medikationsplan mitaufgenommen werden, obligt allein dem Patienten.